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Aktuelles

 

03.09.2018 – HGB-Rechnungszins

Nach § 253 Abs. 2 HGB i. d. F. des Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften vom 11.03.2016 ist bei der Ermittlung von Rückstellungen ein Rechnungszins zu verwenden, der im Falle von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen dem durchschnittlichen restlaufzeitadäquaten Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre entspricht. Geht es um sonstige Rückstellungen, worunter auch die Rückstellungen für Jubiläums-, Vorruhestands- und Altersteilzeitverpflichtungen fallen, so entspricht der Rechnungszins dem durchschnittlichen restlaufzeitadäquaten Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre. Dabei darf jeweils pauschal eine Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt werden.

Die Marktzinsen (für > Ø 10 Jahre und > Ø 7 Jahre) werden monatlich nach Maßgabe der Rückstellungsabzinsungs- verordnung (RückAbzinsV) anhand der Rendite von Null-Kupon-Euro-Zinsswaps zuzüglich eines Risikoaufschlages durch die Deutsche Bundesbank ermittelt und veröffentlicht.

Danach beträgt der HGB-Zinssatz für eine Restlaufzeit von 15 Jahren im August 2018:

  • 3,39 % für 10 Jahre Durchschnittsbildung
  • 2,48 % für 7 Jahre Durchschnittsbildung

Die folgende Grafik zeigt die projizierte Entwicklung der HGB-Zinssätze unter der Annahme, dass das derzeit bestehende niedrige Zinsniveau unverändert bleibt:

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§ 253 Abs. 6 HGB verlangt für Altersversorgungsverpflichtungen zudem die Ermittlung des Rückstellungsbetrages, der sich mit dem durchschnittlichen restlaufzeitadäquaten Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt. Der Unterschiedsbetrag zu der Rückstellung mit dem Marktzins bei 10-jähriger Durchschnittsbildung ist gemäß § 253 Abs. 6 HGB von einer Ausschüttungssperre betroffen und im Anhang oder unter der Bilanz darzustellen.

Für eine Abschätzung der voraussichtlichen Auswirkungen für die nächsten Jahre stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Die HGB-Zinssätze vergangener Monate finden Sie auf unserer Seite > Rechnungslegung

02.08.2018 – Heubeck veröffentlicht neue Richttafeln

Am 20.07.2018 hat die Heubeck-Richttafeln-GmbH mit den Richttafeln 2018 G neue biometrische Rechnungsgrundlagen für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen veröffentlicht. Gemäß der zugehörigen Pressemitteilung ist davon auszugehen, dass die Aktualisierung der Richttafeln sich nicht so gravierend auswirkt wie bei der letztmaligen Umstellung auf die Richttafeln 2005 G: Nach handelsrechtlichen und internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen wird eine einmalige Erhöhung der Verpflichtungswerte um 1,5% bis 2,5% erwartet, für die steuerliche Pensionsrückstellung um 0,8% bis 1,5%.

Nach unserer Einschätzung sind jedoch – in Abhängigkeit von der Art der Zusage und der Bestandszusammensetzung – auch prozentuale Veränderungen außerhalb der genannten Bandbreiten nicht auszuschließen. Die Veränderungen sind in Handels- und Steuerbilanz jeweils ergebniswirksam, nach IFRS hingegen ergebnisneutral zu erfassen. Gerne können wir für Sie die konkreten Auswirkungen der Umstellung auf die neuen Tafeln berechnen.

Zu den Einzelheiten der Umstellung auf die Richttafeln 2018 G wie beispielsweise Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung oder Verteilungsmöglichkeiten werden vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) und vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) Stellungnahmen erwartet, über die wir an dieser Stelle zeitnah informieren werden.

19.07.2018 – Änderungen an IAS 19: Bilanzielle Behandlung von unterjährigen Sonderereignissen

Am 07.02.2018 wurden vom IASB Änderungen an IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ veröffentlicht, die die Bilanzierung von unterjährigen Sonderereignissen wie bspw. Plananpassungen, -kürzungen oder -abgeltungen (amendments, curtailments or settlements) und damit „Eingriffe“ in die bestehenden Regelungen leistungsorientierter Versorgungspläne betreffen. Die Änderungen legen fest, auf welcher Basis der laufende Dienstzeitaufwand und der Nettozinsaufwand (bzw. -ertrag) für den Zeitraum ab dem unterjährigen Eingriff bis zum Ende der Berichtsperiode zu ermitteln sind.

Mehr dazu auf unserer Seite > Rechnungslegung

09.01.2018 – Rechtsprechung im Versorgungsausgleich

    1. BGH-Entscheidung vom 21.06.2017

    Wie wird eine laufende Invaliditätsrente in den Versorgungsausgleich einbezogen?

    Wenn der Ausgleichspflichtige invalide ist, führt die übliche Vorgehensweise beim Versorgungsausgleich dazu, dass der Ausgleichsberechtigte nach der Scheidung von der Invaliditätsrente des Ex-Gatten profitiert. Dies hat der BGH mit seiner Entscheidung als „unbillig“, also unfair empfunden. Um eine Benachteiligung des Ausgleichspflichtigen zu vermeiden, kann das Familiengericht im Rahmen der Billigkeitsprüfung gemäß § 27 VersAusglG den Ausgleich beschränken. Es wird dann so getan, als sei der Ausgleichspflichtige beruflich noch aktiv. Statt also mit dem Kapitalwert der laufenden Invaliditätsrente zu rechnen, kann auf fiktive Anwartschaftswerte abgestellt werden, die sich ergeben hätten, wenn kein Versorgungsfall wegen Invalidität eingetreten wäre.

    2. BGH-Entscheidung vom 16.08.2017

    JA“ zum Schutz des Versorgungsträgers bei Teilhabe an Hinterbliebenenversorgung

    Mit dieser Entscheidung äußerte sich der BGH zu der bislang kontrovers diskutierten Frage, inwiefern der Versorgungsträger durch Leistung an die Witwe des Ausgleichspflichtigen gegenüber Ansprüchen einer zur Hinterbliebenenleistung nach § 25 VersAusglG ausgleichsberechtigten Person durch § 30 VersAusglG geschützt ist.

    Mehr dazu auf unserer Seite > Recht

13.11.2017 – PSVaG-Beitragssatz 2017

Der Pensions-Sicherungs-Verein, Versicherungsverein   auf   Gegenseitigkeit   (PSVaG), der im Fall der Insolvenz des Arbeitgebers die Betriebsrenten weiterzahlt, hat für das Jahr 2017 einen Beitragssatz von 2,0 Promille festgesetzt. Damit liegt der Beitragssatz wegen der günstigen Aufwandsentwicklung deutlich unter dem noch im Sommer prognostizierten Wert (2,8 Promille).

09.06.2017 – Betriebsrentenstärkungsgesetz soll die Verbreitung der Altersvorsorge deutlich verbessern

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) ist am 1. Juni vom Bundestag verabschiedet worden. Nach Zustimmung des Bundesrats kann das Gesetz wie geplant Anfang 2018 in Kraft treten. Kern der Reform ist das sogenannte Tarifpartnermodell, das Betriebsrenten ohne Garantien erlaubt. Ziel des Gesetzes ist es, mehr Arbeitnehmern als bisher die Möglichkeit einer zusätzlichen Altersvorsorge in Form der Betriebsrente zu eröffnen.

Wichtige Neuregelungen im Überblick:

  • Mit der reinen Beitragszusage wird eine neue Zusageform geschaffen, die nur auf tarifvertraglicher Grundlage genutzt werden kann. Die reine Beitragszusage sieht keine Mindest- bzw. Garantieleistungen vor – weder von Seiten des Arbeitgebers, noch von Seiten der durchführenden Einrichtung.
  • Weitere Verpflichtungen, wie etwa Subsidiärhaftung, Anpassungsprüfungspflicht und eine mögliche Insolvenzsicherungspflicht treffen den Arbeitgeber nicht. Die Beiträge bilden zusammen mit den Kapitalerträgen im Versorgungsfall die Grundlage der von der Versorgungseinrichtung zu leistenden Betriebsrente. Chancen und Risiken aus den Kapitalerträgen liegen beim Arbeitnehmer.
  • Bei neu vereinbarten Entgeltumwandlungen in eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds sind die Arbeitgeber ab 2019 (bei der reinen Beitragszusage ab 2018) dazu verpflichtet, einen großen Teil der ersparten Sozialversicherungsbeiträge zugunsten der Beschäftigten an die Versorgungseinrichtungen weiterzugeben.
  • Bei bestehenden Entgeltumwandlungsvereinbarungen (also jene, die vor dem 1. Januar 2019 geschlossen worden sind), gilt diese Regelung erst ab dem 1. Januar 2022, damit die Arbeitgeber Zeit haben, sich auf die Neuerung einzustellen.
  • Im Betriebsrentengesetz wird darüber hinaus verankert, dass die Sozialpartner künftig rechtssicher Modelle der automatischen Entgeltumwandlung regeln können („Opting-Out-“ bzw. „Optionsmodelle“). Um die Beteiligungsquote an Entgeltumwandlungsangeboten zu erhöhen, werden Gehaltsbestandteile durch Entgeltumwandlung automatisch in die betriebliche Versorgung eingebracht, wenn der Arbeitnehmer nicht ausdrücklich widerspricht.
  • Der Förderrahmen in § 3 Nr. 63 EStG wird von 4% auf 8% der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung (West) erweitert, der Zusatzbetrag von 1.800 Euro fällt im Gegenzug weg. Die Sozialversicherungsfreiheit verbleibt hingegen bei 4% der Beitragsbemessungsgrenze.
  • Für  Geringverdiener wird  ein Fördermodell  entwickelt, das Arbeitnehmern  mit einem monatlichen Einkommen unter 2.200 Euro brutto zugutekommen soll. Arbeitgeber, die förderungsberechtigten Arbeitnehmern eine Zusage in Höhe von mindestens 240 Euro, höchstens 480 Euro pro Jahr erteilen, erhalten über die Lohnsteueranmeldung eine Gutschrift in Höhe von 30%, höchstens 144 Euro.

24.04.2017 – Mobilitätsrichtlinie: Präparieren Sie sich für 2018

Im nächsten Jahr stehen wichtige Veränderungen für die betriebliche Altersversorgung ins Haus. Das Ende 2015 beschlossene Gesetz zur Umsetzung der Mobilitätsrichtlinie entfaltet ab dem 1. Januar 2018 seine ganze Kraft.

  • Die Abfindungsrechte der Unternehmen werden geringfügig weiter eingeschränkt. Die Auskunftsrechte werden zugunsten der Beschäftigten erweitert.
     
  • Speziell junge mobile Beschäftigte können künftig früher als bisher unverfallbare Betriebsrentenanwartschaften erwerben.
     
  • Die Änderungen des Betriebsrentengesetzes führen zu höheren Verwaltungsaufwendungen für den Arbeitgeber (weitergehende Auskunftsverpflichtungen, Aufrechterhaltung von geringfügigen Anwartschaften aufgrund der Absenkung der Unverfallbarkeitsfristen sowie der Einschränkung der einseitigen Abfindungsmöglichkeiten).
     
  • Erfreulich ist, dass die Absenkung der Unverfallbarkeitsfristen auch steuerlich flankiert wird. Die Herabsetzung des Mindestalters für Zusagen ab 2018 von 27 auf 23 Jahre führt zu einer Entlastung der Unternehmen.
     
  • Vor allem die Neuregelung hinsichtlich der Dynamisierung von unverfallbaren Anwartschaften für die ausgeschiedenen Mitarbeiter kann zu nicht unerheblichen Mehraufwendungen für den Arbeitgeber führen, besonders wenn endgehaltsabhängige Zusagen vorliegen. Die genaue Höhe ist abhängig von der Art der Zusage, von der Struktur des Bestandes sowie vom Umfang der Fluktuation im Betrieb.

> Hier haben wir die wichtigen Neuregelungen für Sie zusammengefasst. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Dynamisierung von unverfallbaren Anwartschaften. Anhand eines Entscheidungsbaums können Sie überprüfen, ob Sie hiervon überhaupt betroffen sind.

In Sachen Auskünfte können wir gerne entsprechende Muster für Sie vorbereiten und bei konkreten Auskunftsersuchen die notwendigen Berechnungen vornehmen.

Sollten Fragen offen bleiben, stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne darüber hinaus zur Seite.

18.04.2017 – BFH-Entscheidung zur Besteuerung von Kapitalzahlungen einer Pensionskasse

Nach Ansicht des Bundesfinanzhofs ist die Kapitalzahlung einer Pensionskasse voll zu versteuern, wenn der Leistungsbezieher sein vertraglich eingeräumtes Kapitalwahlrecht ausgeübt hat. Eine Steuerermäßigung nach der sogenannten Fünftelungsregelung (§ 34 EStG) kommt nicht in Betracht. Die Entscheidung des BFH zur Nichtanwendbarkeit der Fünftelungsregelung gilt für Zusagen in den Durchführungswegen Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung. Aus der Urteilsbegründung könnte man aber auch eine Erweiterung auf andere Durchführungswege ablesen.

Für Verunsicherung sorgt die Urteilsbegründung außerdem noch an anderer Stelle: Der BFH bezweifelt, ob die Steuerbefreiung von Beiträgen an eine Pensionskasse überhaupt sachgerecht ist, wenn der Vertrag von Beginn an ein Kapitalwahlrecht einräumt.

Mehr dazu auf unserer Seite > Recht

02.01.2017 – RZP-Partner Rolf-Peter Rüß geht in den Ruhestand

Dreißig Jahre lang lenkte unser Seniorpartner Rolf-Peter Rüß die Geschicke von RZP. Exzellente Sachkenntnis, unternehmerisches Können, Humor, menschliches Interesse und das gute Gespür im persönlichen Umgang mit Mandanten und Mitarbeitern machen den diplomierten Mathematiker zu einer unverwechselbaren Persönlichkeit. Rolf-Peter Rüß leitete RZP mit Leidenschaft und großem Einsatz.

Nach dem Studium der Mathematik an den Universitäten Hamburg und Bonn war Rolf-Peter Rüß (Jahrgang 1948) zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Essen tätig. 1978 wechselte der gebürtige Holsteiner als Assistent der versicherungsmathematischen Sachverständigen Ryschawy - Fischer nach Hamburg. Fünf Jahre später wurde er Partner. Im Jahre 1986 fusionierten die Sachverständigen Ryschawy - Fischer - Rüß mit dem Gutachterbüro Meisch - Dr. Zimmermann. Seither war Rolf-Peter Rüß Partner und Beratender Aktuar in der Sozietät Rüß, Dr. Zimmermann und Partner (GbR). Fachlich beschäftigte er sich insbesondere mit den betrieblichen Versorgungsangelegenheiten deutscher Großunternehmen. Neben seiner aktuariellen Tätigkeit hat er vielfach Unternehmen bei der Umstrukturierung der bestehenden Versorgungssysteme sowie bei der Konzeption und Einführung verschiedener Neuordnungsmodelle unterstützt und beraten.

Das gesamte RZP-Team wünscht Rolf-Peter Rüß alles erdenklich Gute für einen zufriedenen Ruhestand. Wir freuen uns, dass er unserer Sozietät auch nach dem Ausscheiden verbunden bleiben wird.

02.01.2017 – Hinterbliebenenversorgung: Nach EuGH bewirken Spätehenklauseln doch keine Altersdiskri- minierung

Erst im Sommer 2015 hatte das BAG entschieden*, dass eine Spätehenklausel, die auf die Vollendung des 60. Lebensjahres abstellt, den Arbeitnehmer unzulässig wegen des Alters benachteiligt und daher unwirksam ist. Mit seinem Urteil vom 24.11.2016 kommt der EuGH in einer gleich gelagerten Sache zu einem anderen Schluss. Zwar geht er konform, dass eine solche Klausel eine Ungleichbehandlung bewirkt. Im Gegensatz zum BAG sieht der EuGH diese Ungleichbehandlung jedoch als gerechtfertigt an. Die Festsetzung von Altersgrenzen als Voraussetzung für die Mitgliedschaft oder den Bezug von Altersrente (EuGH hat auch die Hinterbliebenenversorgung als eine Form der Altersrente angesehen) sei nämlich zulässig.

Unmittelbar bindet die Entscheidung des EuGH zwar nur die Parteien in dem konkreten Fall. Allerdings kommt der EuGH-Entscheidung eine starke präjudizielle Wirkung für nationale Rechtsprechung zu. Daher sind Auswirkungen des EuGH-Urteils auf künftige Rechtsprechung des BAG zu Spätehenklauseln durchaus möglich.

* Siehe auch unseren > Artikel RECHT vom 02.09.2015 – Hinterbliebenenversorgung: Rotes Licht für bestimmte Spätehenklauseln.

> EuGH-Urteil vom 24.11.2016 – C-443/15

21.12.2016 – Bundeskabinett beschließt Entwurf für Betriebsrentenstärkungsgesetz

Das Bundeskabinett hat am 21. Dezember 2016 den Entwurf des Betriebsrentenstärkungsgesetzes beschlossen. Damit bringt die Bundesregierung ein umfassendes Maßnahmenpaket zur weiteren Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung auf den Weg. Die Maßnahmen richten sich in besonderem Maße an kleine und mittlere Unternehmen sowie Beschäftigte mit geringem Einkommen. Für die Sozialpartner werden die Hürden für branchenweite Modelle gesenkt und die Möglichkeit eröffnet, künftig auf der Grundlage von Tarifverträgen sogenannte reine Beitragszusagen einzuführen.

Gegenüber dem Referentenentwurf (Vgl. unseren > Artikel vom 04.11.2016) ist vor allem folgende Änderung vorgenommen worden.

Der steuerfreie Förderrahmen in § 3 Nr. 63 EStG wird auf 8% (im Referentenentwurf: 7%) der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung (West) erweitert. Nach der derzeitigen Gesetzeslage werden 4% der Beitragsbemessungsgrenze zzgl. 1.800 Euro gefördert. Nach den Verhältnissen in 2017 würde sich der Förderrahmen dadurch von 4.848 Euro auf 6.096 Euro pro Jahr erhöhen.

> Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung und zur Änderung anderer Gesetze (Betriebsrentenstärkungsgesetz)

09.11.2016 – Update im Versorgungsausgleich: neuer Rechnungszins

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass für die Ermittlung der Ausgleichswerte im Versorgungsausgleich weiterhin der 7-Jahres-Durchschnitts-Zinssatz (§ 253 Abs. 2 HGB a.F.) zu verwenden ist. Der seit dem 1.1.2016 grundsätzlich für die Bilanzierung geltende 10-Jahres-Durchschnitts-Zinssatz (§ 253 Abs. 2 HGB n. F.) darf nicht zugrunde gelegt werden.

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09.11.2016   PSVaG-Mitgliedsunternehmen dürfen sich freuen: kein Beitrag für 2016

Der Pensions-Sicherungs-Verein, Versicherungsverein   auf   Gegenseitigkeit   (PSVaG), der im Fall der Insolvenz des Arbeitgebers die Betriebsrenten weiterzahlt, hat für das Jahr 2016 einen Beitragssatz von 0,0 Promille festgesetzt. Dies ist ein Novum; der langjährige durchschnittliche Beitragssatz liegt bei 2,8 Promille. Hauptgrund für die Entlastung ist die günstige Schadenentwicklung im laufenden Jahr.

Von der Beitragsfreiheit profitieren rund 94.400 Mitgliedsunternehmen.

04.11.2016 Referentenentwurf Betriebsrentenstärkungsgesetz: Wesentliches

Mit dem Ziel Betriebsrenten zu fördern und mehr Beschäftigte in den Genuss der betrieblichen Altersversorgung zu bringen, haben das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und das Bundesministerium der Finanzen am 4. November 2016 einen gemeinsamen Referentenentwurf für ein Betriebsrentenstärkungsgesetz vorgelegt. Die wichtigsten Änderungen betreffen das Arbeits- und Steuerrecht der betrieblichen Altersversorgung sowie das Versicherungsaufsichts- und Sozialrecht.

  • Mit der reinen Beitragszusage wird eine neue Zusageform geschaffen, die nur auf tarifvertraglicher Grundlage genutzt werden kann. Die reine Beitragszusage sieht keine Mindest- bzw. Garantieleistungen vor – weder von Seiten des Arbeitgebers, noch von Seiten der durchführenden Einrichtung.
     
  • Weitere Verpflichtungen, wie etwa Subsidiärhaftung, Anpassungsprüfungspflicht und eine mögliche Insolvenzsicherungspflicht treffen den Arbeitgeber nicht. Die Beiträge bilden zusammen mit den Kapitalerträgen im Versorgungsfall die Grundlage der von der Versorgungseinrichtung zu leistenden Betriebsrente. Chancen und Risiken aus den Kapitalerträgen liegen beim Arbeitnehmer.
     
  • Bei dieser neuen Form der Betriebsrente sind die Arbeitgeber verpflichtet, im Falle einer Entgeltumwandlung einen großen Teil der ersparten Sozialversicherungsbeiträge zugunsten der Beschäftigten an die Versorgungseinrichtungen weiterzugeben. Im Betriebsrentengesetz wird darüber hinaus verankert, dass die Sozialpartner künftig rechtssicher Modelle der automatischen Entgeltumwandlung regeln können („Opting-Out-“ bzw. „Optionsmodelle“).
     
  • Der steuerfreie Förderrahmen in § 3 Nr. 63 EStG wird von 4% auf 7% der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung (West) erweitert, der Zusatzbetrag von 1.800 Euro fällt im Gegenzug weg. Die Sozialversicherungsfreiheit verbleibt hingegen bei 4% der Beitragsbemessungsgrenze.
     
  • Für Geringverdiener wird ein Fördermodell entwickelt, das Arbeitnehmern mit einem monatlichen Einkommen unter 2.000 Euro brutto zugutekommen soll. Arbeitgeber, die förderungsberechtigten Arbeitnehmern eine Zusage in Höhe von mindestens 240 Euro, höchstens 480 Euro pro Jahr erteilen, erhalten über die Lohnsteueranmeldung eine Gutschrift in Höhe von 30%, höchstens 144 Euro.

Das Inkrafttreten der Neuregelungen ist für den 1. Januar 2018 geplant.

> Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung und zur Änderung anderer Gesetze

30.08.2016 – Wahl der versicherungsförmigen Lösung: BAG konkretisiert Voraussetzungen

Scheidet ein Arbeitnehmer mit einer Anwartschaft auf Leistungen aus einer Direktversicherung vorzeitig aus dem Arbeitsverhältnis aus, kann der Arbeitgeber erklären, dass er die „versicherungsförmige Lösung“ wählt, um die Höhe der Anwartschaft auf die vom Versicherer zu erbringende Versicherungsleistung zu begrenzen und Nachschusspflichten zu vermeiden. Die Erklärung kann nach neuer Rechtsprechung des BAG schon vor dem Ausscheiden des Arbeitnehmers abgegeben werden. Es reicht aber nicht aus, eine solche Erklärung bereits in die Versorgungsregelung aufzunehmen. Das Urteil gibt Arbeitgebern Anlass zu überprüfen, ob das bisherige Verfahren zur Wahl der versicherungsförmigen Lösung den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

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13.07.2016 – Malte Wensien erwirbt die Zusatzqualifikation zum Rentenberater

Nach erfolgreich absolvierten Lehrgängen und Prüfungen ist unser Partner > Malte Wensien jetzt vom Amtsgericht Hamburg als Rentenberater zugelassen worden. Damit beweist er besondere Sachkunde zur unabhängigen Rechtsberatung im Bereich des Sozialrechts und weiterer Rechtsgebiete. Bei RZP liegt der Fokus wie immer auf der betrieblichen und berufsständischen Versorgung.

28.04.2016  – Verbesserte Möglichkeiten für Arbeitgeber in bestehende Versorgungszusagen einzugreifen

Nach neuester BAG-Rechtsprechung können auch Gesamtzusagen wie bisher schon Betriebsvereinbarungen vom Arbeitgeber unter Berücksichtigung der Grundsätze des Vertrauensschutzes und der Verhältnismäßigkeit abgeändert werden.

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20.04.2016 – Neue Entscheidungen des BGH zum Versorgungsausgleich

Aus zwei neuen Entscheidungen des BGHs ergibt sich, dass der Versorgungsträger durch den Versorgungsausgleich nicht belastet werden darf. Um Belastungen zu vermeiden, ist bei den sogenannten "Rentnerscheidungen" eine Neuberechnung des Ausgleichswertes bezogen auf den Stichtag der Rechtskraft der Entscheidung vorzunehmen. Bei externer Teilung betrieblicher Versorgungsanrechte darf der BilMoG-Zins verwendet werden.

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11.04.2016 – RZP-Sozius Christian Wodarg als Sachverständiger für Versicherungsmathematik in der bAV vereidigt

Wir freuen uns, dass unser Partner > Christian Wodarg am 11.04.2016  von der Handelskammer Hamburg als Sachverständiger für Versicherungsmathematik in der betrieblichen Altersversorgung öffentlich bestellt und vereidigt wurde. Unseren Mandanten können wir somit kontinuierliche Hilfe in Steuersachen, die im Zusammenhang mit der Berechnung von Pensionsrückstellungen, versicherungstechnischen Rückstellungen und Zuführungen zu Pensions- und Unterstützungskassen stehen, anbieten.

28.01.2016 – Update Anpassungsprüfung

Arbeitgeber müssen alle drei Jahre eine Anpassung der laufenden Leistungen der betrieblichen Altersversorgung prüfen, so schreibt es das Betriebsrentengesetz vor. Dabei sind insbesondere die Belange des Versorgungsempfängers und die wirtschaftliche Lage des Arbeitgebers zu berücksichtigen. Mit neuen Urteilen hat das BAG die Grundsätze der Anpassungsprüfung fortentwickelt.

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06.01.2016 – Versorgungsausgleich - Verzinsung des Ausgleichswertes bei interner Teilung

Nach einem BGH-Beschluss vom Sommer letzten Jahres herrscht endlich Klarheit über die Verzinsung des Ausgleichswerts bei interner Teilung. Wir haben das Entscheidende dazu für Sie zusammengefasst.

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01.01.2016 –  Malte Wensien ist neuer Partner bei RZP

Der Aktuar und Diplom-Wirtschaftsmathematiker > Malte Wensien ist zum Jahresanfang als neuer Partner in unsere Sozietät aufgenommen worden. Seine Karriere bei RZP startete der 36-jährige als studentischer Praktikant, somit ist er im besten Sinne  ein „hauseigenes Gewächs“.

Seit zehn Jahren betreut und berät Malte Wensien einen festen Mandantenkreis. Neben der Erstellung versicherungsmathematischer Gutachten begleitet er u. a. die Gestaltung und Einführung von neuen Versorgungsmodellen sowie die Harmonisierung bestehender Versorgungszusagen.

Wir freuen uns darauf, die Zukunft unseres Unternehmens gemeinsam mit ihm zu gestalten.

30.12.2015 – Gesetz zur Umsetzung der EU-Mobilitäts-Richtlinie im Bundesanzeiger veröffentlicht

Das Gesetz zur Umsetzung der Mobilitäts-Richtlinie ist am 21. Dezember 2015 verabschiedet worden. In dem Zusammenhang wurde auch die Anwendung der „Escape-Klausel“ (§ 16 Abs. 3 Nr. 2 BetrAVG) erleichtert. Wir liefern einen Überblick über alle wichtigen Neuregelungen und skizzieren mögliche Auswirkungen für die betriebliche Altersversorgung.

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03.09.2015 Kurzinfos zur betrieblichen Altersversorgung

Die IACA (International Association of Consulting Actuaries) erstellt regelmäßig Kurzinformationen über aktuelle Themen aus Gesetzgebung und betrieblicher Altersversorgung, die auch wir an unsere Auftraggeber versenden. Die aktuelle Ausgabe der IACA-Kurzinformationen finden Sie unter  > IACA aktuell.

02.09.2015 – Hinterbliebenenversorgung: Rotes Licht für bestimmte Spätehenklauseln

Kann der Arbeitgeber die Zahlung einer Hinterbliebenenrente ausschließen, wenn der Versorgungsberechtigte erst mit 60 Jahren oder später geheiratet hat? Das Bundesarbeitsgericht sieht in einer solchen sogenannten Spätehenklausel eine Diskriminierung wegen des Alters.

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